Schon wieder ist es an der Zeit, den alten Kalender an der Wand in die Tonne zu kloppen und mit einem Neuen auszutauschen! Wobei es dieses Jahr hoffentlich unser Untermieter übernimmt, denn wir sind seit Juli nicht mehr zuhause gewesen: Wir sind auf Weltreise!

Jahresrückblick 2024

Blogfortschritt

Mal wieder hatte ich nicht so viel Zeit, wie ich mir gewünscht hatte, in den Blog gesteckt. Ich habe mich ehrlich gesagt etwas von Social Media und der suche nach Kooperationspartnern ablenken lassen.

Du suchst eine Kooperationsmöglichkeit? Schön, wie viele Follower auf Instagram hast du denn? Ha, da hab ich ja mehr als du! Ist mir egal, ob dein Hauptangebot in deinem nachhaltigen Blog liegt, die Chefs wollen große Social Media Reichweite!

Ziemlich genau so liefen viele meiner Anfragen ab, also habe ich mir vorgenommen, etwas mehr Arbeit in meine Social Media Präsenz zu stecken. Das ist über die Monate aber leider irgendwie zu einem Fulltime Job mutiert und hat meine Arbeit am Blog komplett in den Hintergrund gedrängt.

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Kuriose Absage eines heruntergerockten Hostels mitten im Nirgendwo

Gebracht hat das auch so gut wie gar nichts. Irgendwie fühlt es sich an, als würde man Wochenlang einen Haufen Arbeit in verschiedenste Posts, Reels, Stories und so weiter und so fort stecken, sie dann veröffentlichen und dann versinken sie einfach in der endlosen Leere. Das ist sowas von ermüdend und macht nicht wirklich Spaß.

Irgendwann gegen Ende des Jahres hat es endlich Klick bei mir gemacht. Wer will das schon? Es regen sich sowieso alle über die Zustände bei den meisten Kooperationen auf, ich soll irgendwelchen Leuten irgendwie beweisen, dass mein Blog Reichweite hat, indem ich Reichweite auf Social Media Plattformen aufbaue (?) und dann sind diese Reisen auch noch echt stressig.

Was solls. Ich brauche das alles nicht. Social Media soll wieder Spaß machen und die Hauptarbeitszeit in den Blog fließen. Die Reisen organisiere ich mir einfach selber und gut ist’s.

Entschuldige die kleine Tirade, ich bin wohl etwas abgeschweift.

Trotz der wenigen Zeit, die ich in den Blog gesteckt habe, habe ich dennoch ganz akzeptable Fortschritte erzielen können. Mit insgesamt 6 in diesem Jahr veröffentlichten Beiträgen habe ich meine Zugriffszahlen auf etwas über 19.800 Aufrufe steigern können. Das sind sogar ein klein wenig mehr als letztes Jahr, obwohl mir mein trafficstärkster Artikel (7.100 Aufrufe letztes Jahr) flöten gegangen ist, da das Event auf dem er basiert nicht mehr Stattfindet.

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Meine Affiliate Einnahmen sind währenddessen super Saison-Abhängig und hängen mehr oder weniger komplett an zwei bis drei Beiträgen. Da muss ich in Zukunft nochmal ran und ein wenig mehr diversifizieren. Insgesamt habe ich 2024 927,91€ mit dem Blog verdient. Das schließt Werbung, Affiliates und VG Wort mit ein. Gar nicht so schlecht für den Anfang finde ich.

Ich war dieses Jahr außerdem auch das erste Mal auf der ITB, der großen Reisemesse in Berlin. Zwar konnte ich dort auch keine Kooperation ergattern, aber dafür viele nette Kontakte knüpfen und mich vielleicht etwas zu viel auf den Abendveranstaltungen amüsieren.

30 & Still on Fleek: Quarter-Life Crisis Peekin

Und dann ist es geschehen. Wie aus dem Nichts hat es mich eiskalt erwischt.

Ich wachte eines morgens auf, war schweißgebadet, mein Rücken hat geschmerzt, mein Hals war wund und als ich mich langsam aufrichtete knackste jeder einzelne Knochen in meinem Körper unter der schieren Belastung. Von nun an sollte es nur noch bergab gehen.

Ich bin 30 geworden.

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Gestern noch war alles leicht und einfach und ich musste mir um nichts in der Welt sorgen machen, und auf einmal soll ich erwachsen werden, Verantwortung übernehmen und was mit meinem Leben anfangen? Wollen doch mal sehen 😛

Erstmal geht’s jetzt auf Weltreise und dann schauen wir weiter.

Vorbereitungen für die anstehende Weltreise

Es ist unglaublich, wie viel Zeug man mit der Zeit in den eigenen vier Wänden anhäuft. Marie und ich haben ganze Wochen damit verbracht, Kram, den wir noch nie in unserem Leben gesehen haben, auf Kleinanzeigen zu verkaufen und Wagenweise zu Flohmärkten zu karren. Trotzdem wurde die Wohnung nicht leerer.

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Parallel dazu lief die Suche nach einem Untermieter, der während unserer Weltreise in unserer Wohnung wohnen, auf unserer Couch liegen und Fernsehen und in unserem Bett schlafen soll. Komisches Gefühl irgendwie.

All unser Zeug konnten wir endlich doch irgendwann vollständig in Kisten verstauen und bei der Familie und in unserem Keller lagern. Mal schauen wie viel davon nach einem Jahr verschimmelt und muffig geworden ist und wie viel man noch nutzen kann. Aber das sind die Probleme von Zukunfts-Marie und Zukunfts-Patrick. Mir ist das jetzt gerade egal, denn es geht endlich los!

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Der Untermieter wurde auch gefunden und scheint nett zu sein. Aber wird er die Miete immer zahlen? Wird unsere Wohnung danach noch bewohnbar sein? Geht irgendwas kaputt? Wir wissens nicht. Das weiß niemand, aber manchmal muss man einfach darauf vertrauen, dass alles schon irgendwie gut gehen wird.

Abschiedsparty

Wie der Zufall es wollte, gab es einen Tag vor unserer lang geplanten Abschiedsfeier eine Hafenrundfahrt Dortmund, die einige Freunde und ich schon ewig mal gemacht haben wollten. Also haben wir uns kurzerhand Tickets organisiert und die Party schon einen Tag vorher starten lassen.

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Zur eigentlichen Party kamen dann über den Tag verteilt sämtliche unserer Freunde und beide Familien bei uns vorbei. Der Plan, einen Grill bei uns im Park aufzustellen und dort zu feiern, wurde leider vom Wetter durchkreuzt, aber vom Grill auf dem Balkon in der gemütlichen Wohnung schmeckts sowieso viel besser. Wir haben uns riesig gefreut nochmal all unsere Liebsten sehen und drücken zu können, bevor es für so lange Zeit fort geht.

Die Weltreise beginnt

Was ein unglaubliches Gefühl! Im August haben wir nach so vielen Vorbereitungen nun das letzte Mal für die nächsten 12 Monate unsere Wohnungstür hinter uns zugezogen – und das ohne einen Schlüssel in der Tasche zu haben!

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Mit dem ICE fuhren wir dann direkt Richtung Amsterdam, von wo aus es 2 Tage später in die Karibik nach Curacao ging.

11 verschiedene Länder haben wir in den ersten 6 Monaten unserer Weltreise durchquert, unzählige Städte gesehen, Dörfchen besucht und lieben gelernt und an Stränden verweilt. Ich kriege gerade Gänsehaut, während ich das hier schreibe. Was für ein unfassbares Glück wir haben, sowas tun zu dürfen.

Wenn ihr euch noch an meinen Rückblick vom letzten Jahr erinnert, wisst ihr vielleicht noch von unserem groben Plan. Nunja, davon ist quasi nichts mehr übrig geblieben. Nur das Grundgerüst steht noch halbwegs. Geplant war der Start in Peru oder Bolivien – haben wir beides nicht gesehen. Wir wollten über Hawaii nach Asien – war zu teuer. Mit dem Camper durch Australien – dafür bleibt leider keine Zeit. Den Kilimanjaro besteigen – tja, wenn wir mal eben 10.000€ locker hätten, vielleicht.

Aber das Gute ist, es ist nicht schlimm! Wir haben so viele tolle Momente erleben dürfen und umso mehr schöne Ecken dieser Welt entdeckt. Pläne sind nur dafür da um umgeworfen zu werden und alles klappt schon irgendwie.

Michaels Fotoparade

Wie jedes Jahr, wird auch 2024 wieder durch die Teilnahme an der Fotoparade von Michael von Erkunde die Welt abgeschlossen. Die Parade läuft mittlerweile schon in der 14. Ausgabe! Auf seinem Blog sammelt Michael die Jahresrückblicke von den verschiedensten Reiseblogs und es macht einen riesen Spaß sich dort ein wenig durchzuklicken.

Bei der Fotoparade gibt Michael jedes Jahr verschiedene Kategorien an, die von den Teilnehmenden mit Fotos beantwortet werden können. Die Kategorien können nach Belieben kreativ beantwortet, ausgetauscht oder erweitert werden. In erster Linie geht es um den Spaß am Teilnehmen. Am Ende werden Sterne für die jeweiligen Beiträge verteilt. Jeder Teilnehmende erhält mindestens schon mal einen Bronze-Stern. Silber und Gold werden für  herausragende Einreichungen verteilt.

Kategorien für dieses Jahr

  • Architektur
  • Bergwelt
  • Stadt
  • Oben
  • Schwarzweiß
  • Überraschung

Außerdem wünscht sich Michael, dass ich hier explizit mein ultimativ schönstes Foto 2024 vorstelle. Mal schauen, was ich da aus meiner Zauberkiste herauskramen kann.

Meine besten Fotos für den Jahresrückblick 2024

Ich habe die Fotoparade gleich dafür genutzt, um etwa zur Halbzeit unserer Weltreise einmal durch meine Fotobibliothek zu gehen und nochmal die Erinnerungen an die vergangenen Monate aufzufrischen. Auf Weltreise sammelt man in so unglaublich kurzer Zeit so viele wunderschöne Eindrücke, dass doch so manches recht schnell in Vergessenheit gerät.

Von daher, nochmal vielen Dank für diese Gelegenheit und viel Spaß beim Fotos gucken 🙂

Architektur

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Arco de Santa Catalina in Antigua, Guatemala

Dieser wunderschöne gelbe Bogen steht im Zentrum der beschaulichen Kleinstadt Antigua in Guatemala. Erbaut im Jahre 1693 dient er heute vielen der Reisenden als erstklassiges Fotomotiv. Vor allem mit den vielen Vulkanen im Hintergrund, welche die Stadt einkreisen, ist er ein echter Hingucker.

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Kathedrale von León, Nicaragua

Schon seit ich die Kathedrale von León das erste mal bei meiner Recherche über Mittelamerika in den Sozialen Medien entdeckt hatte, war es ein Traum von mir einmal selbst über das weiß gestrichene Kuppeldach zu stolzieren. Letztes Jahr war es dann endlich soweit. Ich erwartete unglaubliche Menschenmassen, aber letztendlich hatten wir dieses wunderschöne Dach doch fast ganz für uns allein.

Bergwelt

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Fuji, Japan

Der Fuji, mehr oder weniger DAS Wahrzeichen des Landes, was von gefühlt halb Japan in der Entfernung im Horizont gesehen werden kann, ist in Wahrheit garnicht so leicht zu Fotografieren. Ich habe bei meiner Recherche gelernt, dass nur gut 30% der Besucher ihn auch wirklich zu Gesicht bekommen, da er ständig wolkenverhangen ist. Auch andere Reiseblogger haben neidisch auf unser Glück reagiert ihn gesehen zu haben.

Wir haben uns gleich 3 Nächte direkt in Fujiyosihda in einem kleinen Hostel eingebucht, um unsere Chancen zu erhöhen. Zu unserem Erstaunen war er die vollen 3 Tage einwandfrei zu sehen, und so hatten wir genügen Zeit um ihn als allen Perspektiven abzulichten. Dieses Foto entstand am allerersten Tag zum Sonnenaufgang. Ich bin um 4 Uhr morgens aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen, also beschloss ich spontan meine Kamera einzupacken und mich auf den Weg zur berühmten Chureito Pagoda mit dem roten Dach zu machen. Dabei kam ich an diesem Sportplatz einer Schule vorbei. Wie schön es sein muss, hier trainiert zu haben.

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Fuego, Guatemala

Acatenango die Zweite für mich. Schon im letzten Jahresrückblick tauchte der Fuego mitten bei seiner Eruption in einem Gewitter samt Blitzen am Himmel auf. Dieses mal hat Marie mich dorthin begleitet und ich habe mich ein zweites mal auf den 4000 Meter hohen Berg gequält. Ich habe wohl vergessen wie zermürbend das war. Ein Drittes mal passiert das sicher nicht mehr. Es war dennoch mal wieder ein einzigartiges Naturschauspiel, was sich da direkt vor unseren Augen abgespielt hat.

Stadt

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Die Feier von San Jeronimo in León, Nicaragua

Nein, das ist kein Aufstand der sich hier vor der Kathedrale von León abspielt – es ist das größte religiöse Fest der Stadt, in dem wir uns zufällig mittendrin wiedergefunden haben. Zur großen Feier zu Ehren von San Jeronimo wird meist ende September in León eine riesige Statue durch die Straßen der Stadt getragen. Begleitet wird sie von einer Meute aus bunt verkleideten Menschen.

Einige Gruppen haben selbstgebastelte Stierkörper mit sich, die sie über ihren Kopf stülpen. An einer Eisenstange drehen sie diese mit bunten Fähnchen beklebten, 2 Meter breiten Stiere wild im Kreis und rennen in andere Teilnehmer der Feierlichkeiten rein. Es fließt sehr viel Alkohol, unterschiedliche Orchester spielen ihre besten Stücke und es wird viel gesungen und ausgelassen gefeiert.

Das Finale ist ein riesiges Feuerwerk samt Fackeln auf dem großen Platz vor der Kathedrale. Das war wirklich ein einmaliges Erlebnis.

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Stadtführung in Santa Ana, El Salvador

Eine Stadtführung der etwas anderen Art haben wir Santa Ana, El Salvador erfahren dürfen. Castor, der Betreiber des Hostel Zwiebel, ist selbst in der Stadt aufgewachsen und hat all ihre höhen und tiefen miterlebt.

Als kleiner Junge ist er als alternativer Skater-Punk täglich nach der Schule durch die Gassen gelaufen und hat sich von den hiesigen, besonders gewalttätigen Gangs, nichts gefallen lassen. Er selbst wurde auf seinem Schulweg mehrfach mit Waffengewalt bedroht und hat beinahe jede Woche enge Freunde und Familie auf schreckliche Weise verloren. Trotzdem hat er sich davon nicht unterkriegen lassen. Statt sich zuhause in Angst und Schrecken einzuschließen, wie es die meisten in dieser Zeit taten, hat er versucht ein halbwegs normales Leben im Freien zu führen.

Heute erzählt er bei seinen Stadtführungen von den unglaublich grausamen vergangenen Zeiten und seinen erschreckenden Erlebnissen, die echt unter die Haut gehen. Heute ist El Salvador durch den neuen strengen Präsidenten statistisch gesehen das sicherste Land der Welt und blüht allmählich richtig auf. Castor erzählt aber als waschechter Anarchist, warum die jetzige Situation auch nicht unbedingt viel besser ist als damals, und mit welchem Preis die aktuelle scheinbare Sicherheit des Landes erkauft wird.

Oben

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El Espíritu de la Montaña, El Salvador

Hoch oben auf dem Espíritu de la Montaña, einer Aussichtsplattform im Süden von El Salvador unweit von La Union, kann man gleich in drei verschiedene Länder schauen. Gegenüber sieht man Nicaragua, links daneben liegt Honduras und die Plattform befindet sich in El Salvador.

Auf Empfehlung von Castor, dem Hostelbetreiber von der Stadtführung weiter oben, haben wir uns ein Zelt und eine Matratze gemietet und haben auf dem Aussichtspunkt übernachtet. Die Atmosphäre hier oben war so ruhig und schon, dass die 24 Stunden die wir hier verbracht haben wie im Flug an uns vorbeigezogen sind.

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Niagara Falls, Kanada

An den Niagarafällen stürzen jede Sekunde mehr als 3000 Kubikmeter Wasser aus 57 Metern weit in die Tiefe. Auf den ersten Blick wirkt der Wasserfall etwas unscheinbar, aber aus der Nähe sieht man die gewaltigen Ausmaße des Naturwunders erst so richtig. Vor allem wenn man auf einem kleinen Boot direkt in die Fallzone gebracht wird und den nassen Wind direkt ins Gesicht bekommt.

Schwarzweiß

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Dia de los Muertos in Tlaquepaque, Mexico

Beinahe verpasst haben wir den Dia de los Muertos in Mexico, da wir uns zu spät um eine Unterkunft gekümmert hatten und in der Hochburg der Feierlichkeiten in Oaxaca bereits alles ausgebucht war. Nach einiger Recherche haben wir uns dann doch für einen Flug nach Guadalajara entschieden, wo wir den Tag der Toten in Tlaquepaque feiern wollten. Dort war alles ein bisschen kleiner und beschaulicher, aber gerade deshalb vielleicht sogar schöner als es anderswo gewesen wäre. Wir haben uns natürlich traditionell als Catrina schminken lassen und haben das Fest volle 5 Tage auf uns wirken lassen.

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Sternenhimmel im Death Valley, USA

Death Valley. Das Tal des Todes. Es ist der tiefste Ort in Nordamerika und zugleich einer der trockensten und heißesten Orte des Planeten. Knapp 90 Meter unter dem Meeresspiegel gibt es weit und breit garnichts. Es weht kein Wind, es gibt keine Bäume, es bewegt sich nichts. Wenn du aus dem Auto steigst, wirst du von einer beinahe angsteinflößenden, alles betäubenden Stille eingeholt. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, das wir so noch nirgendwo anders bekommen haben.

Du kannst stundenlang in die leere schauen, einzigartige Felsformationen hinaufwanden und die Ruinen der alten Boraxfabriken bestaunen. Auch der Nachthimmel zählt zu einem der dunkelsten auf der Welt, weshalb es sich lohnt bis nach Sonnenuntergang in dem Tal zu bleiben.

Überraschung

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Ankunft im Regen in León, Nicaragua

Naja, zugegeben, ein Platzregen wie aus Eimern in der Regenzeit in Mittelamerika ist zwar nicht wirklich überraschend, aber mit der schieren Menge an Wasser, die meine Kleidung und das Gepäck auf den 2 Metern vom Auto ins Hotel aufgesaugt hat, hat mich dann doch irgendwie eiskalt erwischt. Diese Wolkenbrüche sind echt nicht zu unterschätzen.

Wir haben in Leon jeden Tag reißende Flüsse erlebt, wo zuvor noch Straßen waren und Autos umhergefahren sind. Plötzlich wurde uns dann auch klar, warum die Bürgersteige in Mittelamerika alle so Hoch gebaut sind, dass man beinahe Leitern braucht um sie zu erklimmen. Doof nur, wenn man die Straßenseite wechseln, oder eine Kreuzung überqueren muss.

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Flucht vor dem Regen am El Espíritu de la Montaña, El Salvador

Auch auf dem Espíritu de la Montaña wurden wir Nachts in unserem Zelt von Regenmassen überrascht. Genau wie 3 andere wagemutige Camper. Als nach wenigen Minuten klar war, dass die Zelte dem Regen nichts entgegen zu bringen hatten, flüchteten wir uns alle in einen nahegelegenen Lagerraum, in dem sonst die Matratzen liegen. Die Überraschung an dieser Situation ist die wunderschöne Zeit die wir mit den anderen Schutzsuchenden in der Lagerhalle hatten. Wir saßen dort zusammen mit einem Pärchen aus El Salvador und einer anderen Reisenden und haben beinahe die ganze Nacht unsere Geschichten und Erlebnisse aus aller Welt ausgetauscht.

Mein bestes Foto 2024

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Ometepe, Nicaragua

Ometepe ist eine kleine, magische Insel auf dem großen Nicaraguasee. Sie besteht eigentlich nur aus zwei großen Vulkanen, die durch eine kleine Landbrücke miteinander verbunden sind. Ich habe bereits einige Fotos von dem hier abgebildeten Vulkan Concepción gesehen und wollte ein ähnliches nachstellen.

Die Pläne für die Fotos standen und sollten am nächsten Tag in die Tat umgesetzt werden. Marie und ich sind dann noch für einen Sundowner in eine kleine Bar am Ufer der Insel mit gutem Blick auf den Vulkan gefahren.

Zufällig hatte ich noch meine Kamera mit im Rucksack von einer Wanderung vorher, als sich dieses Farbspiel vor uns in seiner vollen Bandbreite entfaltete. Dazu die riesige, inverse Wolke versetzt zum Vulkan und einige Leute, die sich das Schauspiel von einer schwimmenden Plattform aus anschauen.

Mein bestes Foto 2024 wurde geboren – manchmal sind es die ungeplanten Momente, die einfach Perfekt sind.

Schlusswort

Ich hoffe, dir hat der Jahresrückblick genau so gut gefallen wie mir! Ich freue mich jetzt wieder darauf einige eurer Beiträge zu lesen und bin sehr gespannt auf die vielen tollen Eindrücke dieses Jahr.

Lass mir doch gerne einen Kommentar mit deinem Lieblingsfoto aus meiner Auswahl da und verlinke gerne deinen eigenen Beitrag. Ich werde definitiv mal vorbeischauen.

Alle weiteren Blogbeiträge zu Michaels Fotoparade findest du auf seinem Blog.

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